Wahlprogramm 2020

Hier findet ihr unser ausführliches Wahlprogramm für die Wahlen vom 13.-16.01.2020:

Kultur für alle

Wir sind die aktive Kraft für linke und soziale Hochschulpolitik; unsere Mitglieder setzen sich an vielfältigen Stellen für Eure Belange ein und konnten schon viele Projekte verwirklichen. So haben wir imim AStA-Vorsitz und im Kulturreferat in den vergangenen Jahren Verhandlungen mit der Theaterlandschaft Bonn für eine Erweiterung des Kulturtickets geführt. Seither können Studierende nicht nur viele Kulturinstitutionen Bonns kostenlos oder zu stark vergünstigtenPreisen besuchen, sondern auch Tickets an der Abendkasse für BonnerTheater zum Preis von nur 3€ erwerben. Zusätzlich ist durch die AStA-Kulturticket-App der Theatergemeinde Bonn die Verfügbarkeit der Restkarten im Voraus abrufbar. Aber wir möchten noch mehr: stetig arbeiten wir an einer Ausweitung des Kulturtickets, indem wir mit verschiedenen Bonner Kulturinstitutionen Gespräche führen und dafür zu sorgen, dass ein kleiner Geldbeutel niemandem den Zugang zu Kultur verwehrt.

Im Vorsitz und im Kulturreferat setzen wir uns darüber hinaus für mehr Räume für studentisches Engagement ein. Durch das Kulturplenum fördert das SP studentische Gruppen und Initiativen auch finanziell. Wir fordern zudem, dass auch die Universität für bessere Kulturarbeit einsteht und endlich die Situation im Forum Musik & Tanz verbessert. Zudem zeigt die Einführung des fakultätsübergreifenden Studiengangs der Provenienzforschung, dass der Umgang mit unrechtmäßig erworbenen Kulturgütern eine dringende Frage des 21. Jahrhunderts ist. Wir fordern daher, dass die Universität Bonn entsprechende Verantwortung für die Provenienz von geraubten Kulturgütern in den eigenen universitären Forschungssammlungen übernimmt, mit dem Ziel einer umfassenden Prüfung einer Restitution für legitime Rechtseigentümer*innen oder deren Rechtsnachfolger*innen.

Eine Uni gegen Rechts

Im AStA-Referat für Hochschulpolitik engagieren wir uns im Bonner Bündnis gegen Rechts und haben auch wieder die Veranstaltungsreihe „festival contre le racisme“ mitorganisiert. Außerdem leistet das Referat seit Langem Aufklärungsarbeit über die „Neue Rechte“ wie die „Identitäre Bewegung“. Dafür haben wir eine Broschüre über rechte Strukturen in Bonn mitherausgegeben, um auf Probleme hier in unserer Stadt aufmerk- sam zu machen. Denn selbst in antretenden Hochschulgruppen fanden sich schon Mitglieder rechtspopulistischer Parteien. So stand im letzten Jahr auf der Liste RCDS & Unabhängige das damalige Mitglied des AfD-Kreisvorstandes Felix C. Inzwischen steht Besagter vor Gericht, da er mit dem Auto absichtlich in eine Menschengruppe nach einer Demonstration gegen die AfD gefahren sein soll. Außerdem waren einige Mitglieder des RCDS zusammen mit ihm im „Kulturforum Bornewasser“ aktiv, das regelmäßig Köpfe der rechten Szene, wie Alexander Tschugguel, nach Bonn holt. Daraufhin haben wir dem Kulturforum die allgemeine Förderung für studentische Kulturgruppen durch den AStA entzogen. Denn Veranstaltungen, bei denen die Gleichberechtigung von Geschlechtern, Ethnien, Sexualitäten, Toleranz vor Religionen gefährdet wurde, können und müssen von der Unterstützung ausgeschlossen werden.

Eine Uni für Frauen*

Das obige Beispiel zeigt: Auch wenn Manche meinen, dass Diskriminierung und Benachteiligung der Vergangenheit angehören, sieht die Realität ganz anders aus. Das gilt an der Universität besonders im Bezug auf das Geschlechterverhältnis; so liegt der Professorinnenanteil in Bonn bei nur 19%. Damit gehören wir zu den Schlusslichtern in NRW! Jedes Jahr erinnert der Equal Pay Day an den Gender Pay Gap, der in Deutschland seit 20 Jahren unverändert ist. Frauen verdienen noch immer 21% weniger als Männer. Deshalb fordern wir auch dieses Jahr mehr Frauen in der Wissenschaft ein und kämpfen im Senat und in den Fakultätsräten gegen den geringen Professorinnenanteil.

Aber die Notwendigkeit von Feminismus manifestiert sich nicht nur in Zahlen und Statistiken, auch im Unialltag kommt es nach wie vor zu offenen und verdeckten Diskriminierungen, Übergriffen und Sexismus. Deshalb sind wir auch hier aktiv: Unter anderem haben wir im AStA zum zweiten Mal in Folge die Veranstaltungsreihe „gesellschaft*macht*geschlecht“ mit organisiert. Vor allem unsere stellvertretende AStA-Vorsitzende Nathaly hat sich hier stark engagiert. An dieser Stelle wollen wir für unsere Arbeit kommendes Jahr ein konkretes Beispiel nennen – die Menstruationsbox. Um das studentische Radio der Uni Freiburg zu zitieren: „Du willst in der Uni auf die Toilette gehen, aber es gibt kein Klopapier. Völlig selbstverständlich holst du eine Rolle aus deiner Tasche, denn klar, für deine Hygiene bist du ja selbst verantwortlich. Klingt merkwürdig? Denk dir Tampons an die Stelle des Klopapiers, und genau das ist der Fall.“ – Das wollen auch wir ändern! Wir möchten in jedem Unigebäude eine Box mit Menstruationsprodukten frei zugänglich machen und zudem den Verkauf von Hygieneartikeln im AStA-Laden einführen. Damit wollen wir Menstruierenden praktisch helfen und gleichzeitig das Tabu um Menstruation aufbrechen.

Eine Uni für jeden Geldbeutel

Auch an anderen Stellen wollen wir den Alltag der Studierenden erleichtern. Deshalb machen wir uns entschieden gegen die Erhöhung der Mensapreise für Studierende stark. Letztes Jahr haben wir bereits erfolgreich die Möglichkeit geschaffen, Studierenden einen Übergangskredit zu gewähren, der finanzielle Entlastung am Anfang ihres Studiums ermöglicht. Denn unsere Vorstellung ist, dass alle unabhängig von ihrer finanziellen Situation studieren können sollten. Aber es gibt an unserer Universität noch viel Nachholbedarf, etwa beim Thema Barrierefreiheit. Wir werden uns weiter für die Ausweitung der hindernisfreien Zugänge zu Hörsälen einsetzen.

Ein weiteres Problem, das wir angehen möchten, ist das studentische Wohnen: Die Wohnraumsituation für Studierende ist in Bonn nach wie vor sehr angespannt. Deshalb fordern wir die finanzielle und personelle Erweiterung des Projektes “Wohnen für Hilfe”. Hierbei wird ungenutzter Wohnraum von Senior*innen preisgünstig an Studierende vermietet, in Gegenleistung von Zeit (Spazieren gehen, zusammen Kaffee trinken, Erledigung von Einkäufen). Wir sehen das Projekt als schnellste Art, den knappen Wohnraum in Bonn und Umgebung in Verbindung mit Generationswohnen effizient nutzbar zu machen. In einer solchen Konstellation gewinnt die ältere Person Gesellschaft, während die jüngere preisgünstig in Bonn leben kann.

Eine digitale Uni…

Nachholbedarf besteht auch dabei, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Diese liegen in vielfältigen Erleichterungen im Alltag. Ein besonderes Anliegen ist uns die Ablösung von BASIS. Unser Vorsitzender Jonas Arruda begleitet hier den zuständigen Ausschuss der Universität, der in diesem Zuge die Funktionen unserer Ausweise in einer App bündeln will. Das umfasst den Studierendenausweis, die Mensacard, derenGuthaben durch Online-Banking aufladbar sein soll, und den Bibliotheksausweis inklusive einer Anzeige der freien Arbeitsplätze. Bis dahin setzen wir uns dafür ein, dass BASIS und eCampus benutzerfreundlicher werden. Die Digitalisierung bietet auch viele Möglichkeiten, um der Vielfältigkeit der Lebensentwürfe unserer Studierendenschaft Rechnung zu tragen. Deshalb fordern wir, dass alle Lehrveranstaltungen auf eCampus im Videostream zur Verfügung gestellt werden. Gerade so kann eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf oder Ehrenamt und Studium erreicht werden. Dies ist auch eine Möglichkeit für unsere internationalen Kommiliton*innen, die Lehrveranstaltungen im Nachhinein besser nachvollziehen zu können. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die Möglichkeiten der Computerarbeitsplätze in der Universität und ihren Bibliotheken ausgebaut werden, denn digitales Arbeiten muss für alle möglich sein, unabhängig von der eigenen technischen Ausstattung. Trotz all dieser Vorteile wollen wir den gesamtgesellschaftlichen Prozess der Digitalisierung kritisch begleiten. Zu diesem Zweck sollten digitale Kompetenzen und eine kritische Reflexion der Thematik feste Bestandteile der universitären Ausbildung sein. Denn gerade in Bezug auf die Sicherheit der eigenen Daten gilt: Bedenken first!

…für mehr Nachhaltigkeit

Auch im Bezug auf Nachhaltigkeit bietet die Digitalisierung Verbesserungspotenzial. Der Papierverbrauch sollte möglichst reduziert werden und die klimaschonende Suchmaschine Ecosia universitätsweiter Standard. Denn auch wenn die Klimakrise ein globales Problem ist, bedeutet das keineswegs, dass sie nur global gelöst werden kann. Ganz im Gegenteil muss auch die Universität ihren Beitrag leisten. Wir sehen uns in der Verantwortung, ein nachhaltiges und klimaschonendes Leben für alle Studierenden möglich zu machen. Nachhaltiges Leben darf kein Luxusgut sein. Der Kampf gegen die Klimakrise kann nur verbunden mit sozialer Gerechtigkeit Erfolg haben.

Aktuell ist eine vegetarische oder vegane Ernährung mit zusätzlichen Kosten in den Cafés und Mensen verbunden. Deshalb fordern wir das vegetarische und vegane Angebot im Verhältnis zum fleischhaltigen stärker zu subventionieren. Außerdem wollen wir uns für die Einführung eines kostenfreien Angebots an pflanzlichen Milchalternativen in den Cafés der Universität einsetzen. Um eine nachhaltige Ernährungsweise zu erleichtern, sollten alle Gerichte mit dem durch sie verursachten CO2-Ausstoß gekennzeichnet werden.

Um auch diese Projekte zu verwirklichen und unsere Uni weiterhin aktiv mitzugestalten, stimme vom 13. bis 16. Januar für die Juso HSG.

Studier‘ doch wie du willst – und nicht wie du musst!