Tipps für neue Semester mit ZOOM

Gestern startete das neue Semester online. Die Universität setzt dabei auf bereits bekannte Plattformen wie eCampus (die ja bereits völlig überlastet sind), aber auch auf den neuen Anbieter ZOOM. In der Vergangenheit sind massive Sicherheitslücken dieses Dienstes dokumentiert worden. Beispielsweise ist dokumentiert, dass eine Sicherheitslücke Dritten ermöglicht, die Kameras und Mikrofone der Nutzer*innen zu hacken und ohne Wissen der Nutzer*innen zu aktivieren, wenn das Programm nicht genutzt wird. Auch ist festgehalten, dass eine Systemlücke den Zugriff auf die Login-Daten des jeweiligen Nutzer*innengeräts ermöglicht, wenn dieses ein Windows-Betriebssystems verwendet. Ferner hat ZOOM in der Vergangenheit die Daten seiner Nutzer*innen an Facebook verkauft – unabhängig davon, ob die Nutzer*innen überhaupt Facebook benutzen. Expert*innen bezeichnen ZOOM daher schlicht als Malware (Guardian).

Die Universität teilt dabei einige unsere Bedenken, hält aber weiterhin an ZOOM fest, um den geregelten Unibetrieb zu gewährleisten. Da viele von uns ZOOM dennoch verwenden werden müssen, möchten wir euch informieren, was ihr bei der Verwendung beachten solltet:

  • Es ist möglich, ZOOM-Meetings per Browser beizutreten ohne sich das Programm auf PC oder Handy herunterladen zu müssen (ggf. muss ein kompatibler Browser wie etwa Chrome heruntergeladen werden).
  • Dafür ist es nur notwendig, dem Meeting über den Link beizutreten, den die Dozierenden für jede Sitzung bereitstellen (z.B. auf eCampus hochladen).
  • Die meisten Sicherheitsbedenken werden damit bereits gelöst.
  • Während des Meetings können das Mikrofon stummgeschaltet und das Video angehalten werden, solange man diese nicht braucht.
  • Weitere Datenschutzhinweise haben das HRZ und das Rektorat unter folgendem Link zusammengestellt: https://www.ecampus-services.uni-bonn.de/de/nachrichten/zoom#7
  • Die Nutzung von ZOOM bleibt absolut freiwillig, die Teilnahme an einer Sitzung über ZOOM ist keine Studienleistung.
  • Studierende können sich über den anonymen Anwesenheitsmelder an das Referat für Hochschulpolitik wenden, wenn Dozierende die Freiwilligkeit nicht beachten.

Wir als HSG nutzen und empfehlen als OpenSource Alternative die Plattform Jitsi. Hier sind weder Anmeldung noch Download erforderlich. Jitsi hat einen kleineren Funktionsumfang, der für den privaten Betrieb aber vollkommen ausreichend ist. Das HRZ der Uni Bonn hat derzeit nicht genug Kapazitäten, um den Unibetrieb auf Jitsi oder ähnliche Dienste aus datenschutzrechtlicher Perspektive wünschenswerte Systeme umzustellen. Auch deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Uni Bonn kein digitales Semester einfordern darf (hier unser Standpunkt dazu).